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Kommunistische Partei Deutschlands ArtikelDie Kommunistische Partei Deutschlands ging zwischen Dezember 1918 und Januar 1919 in dem Verlauf der Novemberrevolution von 1918/19 nachdem 1. Weltkrieg aus mehreren linksrevolutionären Gruppierungen hervor.
Während der Zeit des Nationalsozialismus verboten, wurde sie nachdem 2. Weltkrieg wieder zugelassen. In der Sowjetischen Besatzungszone kam es zur Zwangsvereinigung zwischen KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). In Westdeutschland wurde die KPD, von 1949 bis 1953 in dem ersten westdeutschen Bundestag vertreten, 1956 verboten. Nach 1968 wurden verschiedene kommunistische Splitterparteien neu gegründet, die jeweils für sich den Anspruch erhoben, die Nachfolgepartei der KPD zu sein.
Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde die SED der DDR in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) umbenannt. Die PDS ist seit 1990 als Partei links von der SPD in dem deutschen Bundestag vertreten.
Der folgende Artikel beschäftigt sich mit der Geschichte der KPD; - bis 1946 in ganz Deutschland, danach vorrangig mit der Entwicklung der KPD bzw. auch ihrer Nachfolgeparteien und Abspaltungen in Westdeutschland. Zur eigenen Geschichte der SED in der DDR zwischen 1946 und 1990 siehe unter Sozialistische Einheitspartei Deutschlands und DDR.
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Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) wurde Ende Dezember 1918 unter der Federführung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, ehemaligen Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), dann des Spartakusbundes und der USPD, in das Leben gerufen.
Drei bis vier Jahre vor der Parteigründung hatte sich aus Protest gegen die Burgfriedenspolitik der SPD in dem 1. Weltkrieg nach der Verweigerung der Zustimmung zu den Kriegskrediten durch Karl Liebknecht und Otto Rühle 1915 und nachdem Parteiausschluss Liebknechts und anderer aus der SPD die "Gruppe Internationale" gebildet, die später zu dem Spartakusbund umbenannt wurde. Die USPD (Unabhängige SPD) spaltete sich 1916/17 ebenfalls aus Protest gegen den Krieg von der Mutterpartei, die bis 1919 zur MSPD (Mehrheits-SPD) wurde, ab. In ihr bildete der Spartakusbund bis zu dem Ende des Krieges und dem Beginn der Novemberrevolution 1918 den linken Flügel.
Nach dem Beginn der Revolution und der Abdankung und Flucht des Kaisers nach Holland hatte zunächst Philipp Scheidemann von der MSPD am 9.11 1918 eine demokratische Republik, und wenig später am selben Tag Liebknecht als Anführer des Spartakusbundes eine freie sozialistische Republik ausgerufen. Es folgten Monate von bürgerkriegsähnlichen politischen Unruhen und Aufständen, in denen sich die sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Gruppierungen gegenseitig teilweise heftig bekämpften.
Letztlich setzten sich die Mehrheitssozialdemokraten in der Weimarer Republik durch. Unter der Führung des folgenden Reichswehrministers Gustav Noske (SPD), der sich auch der Hilfe rechtsnationalistischer Freikorpsverbände bediente, wurden bis 1919 die rätekommunistischen Aufstände und Revolutionen, - neben dem Spartakusaufstand auch die Münchner Räterepublik -, mit häufig unverhältnismäßig grausamer Gewalt niedergeschlagen. Für seine Rolle während der Novemberrevolution hatte Noske den Beinamen "der Bluthund" erhalten.
Während der Wochen des Spartakusaufstandes Ende 1918 / Anfang 1919 wurde unter Federführung des Spartakusbundes und seiner Protagonisten Liebknecht und Luxemburg, die bis zu dem Kriegsende inhaftiert gewesen waren, die KPD als Zusammenschluss verschieder linksrevolutionärer Gruppierungen gegründet.
Weitere politische Organisationen in dem kommunistischen Umfeld waren neben dem Spartakusbund die Bremer Linksradikalen und die Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD).
Die russische Oktoberrevolution und die weitere Entwicklung der Novemberrevolution wirkten sich prägend auf die entstehende Partei aus.
Das offizielle Gründungsdatum war der 1.01 1919.
Zu den Führungspersönlichkeiten dieser Gründungsphase gehörten Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Johann Knief (IKD), Wilhelm Pieck, Leo Jogiches, Otto Rühle (IKD), Eugen Leviné, Paul Levi, Paul Frölich (IKD) und Ernst Reuter-Friesland.
Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sprachen sich für die Teilnahme an den Wahlen zur Nationalversammlung aus. Diese Position wurde jedoch von den ehemaligen Mitgliedern des IKD verworfen. Lediglich Johann Knief sprach sich für diesen Vorschlag aus. Der Gründungsparteitag lehnte die Teilnahme an den Wahlen mit 62 zu 23 Stimmen ab.
Der auf dem Gründungsparteitag gewählten Zentrale der KPD gehörten an: Hermann Duncker , Käte Duncker , Hugo Eberlein , Paul Frölich, Leo Jogiches, Paul Lange , Paul Levi, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Ernst Meyer , Wilhelm Pieck und August Thalheimer .
Während der Januaraufstandes wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin von Freikorps-Soldaten ermordet, in dem Zusammenhang mit den Berliner Märzkämpfen ebenso Leo Jogiches in dem Behandlungsgefängnis Berlin-Moabit.
Die KPD hatte zunächst ca. wenige Mitglieder. Sie erreichte unter den Bedingungen des Bürgerkrieges nicht die Masse der Arbeiter, ihre Mitglieder waren zumeist ehemalige Sozialdemokraten, die von ihrer ehemaligen Partei bitter enttäuscht waren. Die Anzahl der Mitglieder stagnierte nicht ca. wegen der Nichtbeteiligung an den Wahlen zur Nationalversammlung, sondern auch wegen der Verfolgung und Verhaftung ihrer Mitglieder. Durch die Abspaltung der anarchistisch orientierten "Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands " (KAPD ), der zu dem Beispiel Otto Rühle angehörte, und dem Ausschluss der "Nationalbolschewisten" Fritz Wolffheim und Heinrich Laufenberg in dem Oktober 1920 hatte die Partei weiteren Mitgliederschwund zu beklagen. Die Vertreter beider Richtungen hielten die von Paul Levi durchgesetzte Beteiligung an den Reichstagswahlen für ein Zeichen, dass damit der revolutionäre Weg verlassen würde. Dieser Schwenk jedoch war zugleich eine der Voraussetzungen für den Übertritt des linken Flügels der USPD Ende 1920, während deren reformistischer Flügel, darunter auch Eduard Bernstein, der Begründer der Revisionismustheorie, bis 1922 mehrheitlich wieder zur SPD zurück ging. Bis 1933 hatte die USPD schließlich ca. noch die Rolle einer unbedeutenden Splitterpartei. Nun endlich hatte die kurzfristig in VKPD umbenannte Partei eine Massenbasis.
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1921-1933 - Weimarer Republik: Flügelkämpfe, Stalinisierung, Sozialfaschismustheorie | |
Zwischen 1921 und 1923 leitete die KPD Streikbewegungen und den revolutionären Volkskampf unter anderem in dem Ruhrgebiet und in dem Mansfelder Land. Nach dem gescheiterten Hamburger Aufstand von 1923 (Oktoberniederlage) wurde die "rechte" Parteiführung unter Heinrich Brandler und August Thalheimer abgesetzt und ausgeschlossen. Die Ausschlüsse gegen die "Brandlerianer" und die Auseinandersetzungen um die Gründung der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO) führten zu einem Einflussverlust der KPD in den Gewerkschaften und zur Gründung der "Kommunistische Partei-Opposition", KPD-O oder KPDO. Die neue, "ultralinke" Parteiführung unter Ruth Fischer, Werner Scholem, Arkadi Maslow und Arthur Rosenberg , wurde in dem Februar 1925 abgesetzt und durch die bis 1933 amtierende Parteiführung unter Ernst Thälmann ersetzt. Die Stalinisierung der KPD wurde vorangetrieben, die neben "Trotzkisten" und "Brandlerianern" auch noch die Gruppe der "Versöhnler" aus der Partei ausschloss. Als Mitglied der Dritten Internationale wurde die Partei von Moskau beeinflusst.
Die Unzufriedenheit vieler mit dem Kapitalismus trieb der KPD vor allem Arbeiter und Arbeitslose zu, so dass sie vor allem zwischen 1928 und 1932 in dem Zuge der Weltwirtschaftskrise und der gesellschaftlich-sozialen Polarisierungen der Zeit große Wahlerfolge erzielen konnte (1928: 130 Tausend Mitglieder und 3,2 Millionen Wähler, November 1932 252 Tausend Mitglieder, 6 Millionen Wähler, 16,9 Prozent der Stimmen und damit 100 Reichstagsmandate). In dem Reichstag vertreten war die KPD von 1920 bis Ende Februar 1933, als die Partei durch die Nazis in Folge des Reichstagsbrands verboten wurde. Bedingt durch dieses Verbot war die KPD nicht mehr beteiligt an der Abstimmung über Hitlers Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933, durch das die erste pluralistische deutsche Demokratie faktisch beseitigt wurde. Nach dem Ausschluss der KPD stimmten ca. die SPD-Abgeordneten gegen dieses Gesetz. An einer Regierung in der Weimarer Republik war die KPD nie beteiligt. In dem letzten unter demokratischen Bedingungen gewählten Reichstag der Republik 1932 stellte die Partei mit der Abgeordneten Clara Zetkin dessen Alterspräsidentin.
Die von Stalin in der UdSSR vorgegebene Sozialfaschismusthese der Kommunisten und gleichzeitig die Ablehnung einer Einheitsfront oder Volksfront auch durch die SPD erleichterte den Nationalsozialisten die Machtübernahme und den Beginn der Zeit des Dritten Reiches.
Im Juli 1924 waren erste Ortsgruppen der Kampforganisation der KPD, des Rotfrontkämpferbundes (RFB), gegründet worden, zu dessen Vorsitzendem in dem Februar 1925 Ernst Thälmann gewählt worden war.
Buch-Tipp: Der Erste Die DDR am Beispiel eines Regional-Politikers Landolf Scherzer hat den ersten SED-Kreissekretär von Bad Salzungen 1986 vier Wochen lang fast täglich begleitet. Dabei schildert er auf den einen Seite die Arbeit des ersten Kreissekretärs und auf der anderen Seite portraitiert er Persönlichkeiten, denen er während dieser Zeit begegnet ist. Der... |
1933-1945 - Nationalsozialismus: Unterdrückung, Verfolgung, Widerstand, Exil | |
Die Nationalsozialisten ihrerseits zählten Kommunisten und Sozialisten zu ihren Hauptfeinden.
So wurde die KPD bereits kurz nachdem Reichstagsbrand verboten, ihre Anhänger und die ihrer Splittergruppen, die wegen des umfangreichen Archivs des "M-Apparates" der KPD, dem unter anderem Erich Mielke angehörte, über ihre "feindlichen Brüder" angelegt hatten, aufgerollt werden konnten, in dem Dritten Reich systematisch politisch verfolgt, in Konzentrationslager gesperrt und ermordet, wie zu dem Beispiel Ernst Thälmann oder Werner Scholem.
Die KPD hatte in dem Kampf gegen die faschistische Diktatur von 1933 bis 1945 große Verluste, da sie unter anderem Anhänger nach Deutschland schickte, die die spätere Machtübernahme vorbereiten sollten; diese sind relativ schnell von der Gestapo verhaftet worden.
Im Untergrund führte die KPD ihren antifaschistischen Kampf (vergleiche Antifaschismus) fort. Eine relativ bedeutende Widerstandsorgansation von nicht in das Exil gegangenen KPD-Mitgliedern war die "Rote Kapelle", die während des 2. Weltkriegs auch als Spionageorganisation galt, die der UdSSR zuarbeitete.
Das ZK der KPD mit Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht an der Spitze entwickelte ein Programm zur Rettung der deutschen Nation (zum Beispiel auf der Brüsseler und Berner Parteikonferenz der KPD). In dem sowjetischen Exil gründete die KPD das "Nationalkommitee Freies Deutschland " (NKFD), ein Zentrum des Kampfes von Antifaschisten aller Lager.
Buch-Tipp: Der Nachrichtendienst der KPD Sehr wissenschaftlich geprägtes Werk Wer sich spannende Spionagegeschichten von dem Buch erhofft und davon ausgeht, es werden einige Aktionen beschrieben, die der Nachrichtendienst gegen seine Feinde durchführte, wird enttäuscht werden. Das Buch ist sehr wissenschaftlich angelegt, was gerade den Beginn des Werkes häufig langweilig erscheinen läßt.... |
1945-1956 - Neugründungen, KPD in dem Westen, SED in dem Osten | |
Direkt nachdem Zweiten Weltkrieg ging das ZK der KPD und andere exilierte stalintreue KPD-Mitglieder nach Berlin, um einen nach außen demokratischen politischen Aufbau zu betreiben. Führer dieser Gruppe war Walter Ulbricht.
Am 11. Juni 1945 beschloss die KPD ein Aktionsprogramm, dessen Absicht der "Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung in ganz Deutschland" war.
Die KPD und die SPD der sowjetischen Besatzungszone (Zentralausschuß) vereinigten sich auf dem Vereinigungsparteitag vom 21. April 1946 zur SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) unter Otto Grotewohl (SPD) und Wilhelm Pieck (KPD). Die westlichen Besatzungsmächte verboten der Partei, in ihren Besatzungszonen den Namen der vereinigten Partei zu tragen, die dort zusätzlich unter dem Namen KPD auftreten musste. Unter Führung von Kurt Schumacher, der nach Berlin gereist war, um die Sozialdemokraten in dem Osten zur Auflösung der Partei zu drängen, spaltete sich ein großer Teil der SPD in den Westsektoren Berlins von der SPD ab und bildete eine eigene Partei, die nicht an der Vereinigung teilnahm.
Im Jahr 1949 trennte sich die KPD/SED in den Westzonen organisatorisch von der SED und arbeitete als selbstständige Partei mit eigenem Parteivorstand weiter. Bis dahin waren die KPD und SED/KPD die einzige gesamtdeutsch organisierte politische Partei seti dem Zusammenbruch des Nazireichs gewesen.
In der 1949 in den drei Westzonen (Trizone) gegründeten BRD war die KPD von 1949 bis 1953 in dem ersten Bundestag vertreten, existierte danach jedoch ca. noch als Splitterpartei ohne überregionalen parlamentarischen Einfluss. Außerparlamentarisch versuchte die KPD zusätzlich, in der Arbeiterbewegung und den Gewerkschaften ihren Einfluss zu halten. Sie war auch beteiligt an den Friedensbewegungen der 1950er Jahre, vor allem der Bewegung gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands ("Ohne mich-Bewegung "). In diese Zeit fiel schließlich auch das neuerliche Verbot der KPD.
Buch-Tipp: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945 Unverzichtbares Nachschlagewerk über die kommunistische Bewegung in Deutschland Für die marxistisch-leninistische Parteigeschichtsschreibung der SED war er der Lieblingsfeind: der Mannheimer Kommunismusforscher Hermann Weber (Jahrgang 1928), der als "Renegat" und ehemaliger Absolvent der SED-Parteihochschule seinem Forschungsgegenstand auf besondere... |
1956 - Parteiverbot in der Bundesrepublik | |
Im August 1956 wurde die KPD vom Bundesverfassungsgericht verboten. Die Begründung des Gerichts war die Feststellung der Verfassungswidrigkeit. Dabei legte das Gericht die Grundsätze an, die es 1952 zu dem Verbotsurteil der SRP (Sozialistische Reichspartei) für die "freiheitliche demokratische Grundordnung" (GG) entwickelt hatte. Die Gründe für das Verbot werden bis heute sehr kontrovers diskutiert. Während die Gegner des Verbots die Gründe für das Verbot unter anderem in dem Kampf gegen die Wiederbewaffnung und für eine Wiedervereinigung Deutschlands und das Eintreten für einen Friedensvertrag sehen, bezeichnen die Befürworter das Eintreten der KPD für einen Anschluss Deutschlands an den kommunistischen Ostblock, was die überwiegende Mehrheit der Deutschen in Westdeutschland abgelehnt hat, und den damit verbundenen Verlust der Freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
Die KPD trat für eine Vergesellschaftung des Privateigentums an Produktionsmitteln ein und für eine Diktatur des Proletariats; dies wurde als verfassungswidrig eingeschätzt und als weitere Begründung für das Verbot genannt.
Buch-Tipp: Die Haider-Show Substantielles über Haider Obwohl es sich bei Klaus Ottomeyers Buch ca. um einen ungefähr 120 Seiten langen Essay handelt, gelingt es dem Klagenfurter Sozialpsychologen, die Gründe für Haiders Popularität eingehend zu analysieren. Es ist wenig fruchtbar, Haiders hinlänglich bekannte Verbindungen zu dem rechtsextremen Milieu nachzuzeichnen und sich anschließend... |
ab 1968/69 - Neugründungen in Westdeutschland |
Buch-Tipp: Die Linkspartei. Ursprünge, Ziele, Erwartungen Die dynamische Vision Ein Gespenst geht um. Ist es aber wirklich ca. noch ein Gespenst. Die 10 Autoren um den Herausgeber Michael Brie zeigen in einer eindrucksvollen und insbesondere historisch hervorragend belegten Weise, daß es keineswegs ca. um das "Gespenstische" noch geht, das wohl in den Anfangstagen der WASG als Folge des jähen Auftauchens... |
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12 Jahre nachdem KPD-Verbot handelte die Führung der illegalen KPD in Gesprächen mit den SPD-Mitgliedern der Großen Koalition die Möglichkeiten kommunistischer Tätigkeit in der Bundesrepublik unter der Geltung des Verbotsurteils aus. Da eine schlichte Wiederzulassung nicht in Frage kam, wurde der Weg über eine Neugründung, die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) gewählt. DDR, Sowjetunion und auch die verbotene "alte KPD" erkannten diese DKP als legitimen Nachfolger der 1956 verbotenen Partei an. So wurde diese auch immer zu den Parteitagen der osteuröpäischen Bruderparteien eingeladen und soll erhebliche Finanzmittel aus der DDR erhalten haben.
Siehe: Deutsche Kommunistische Partei
Buch-Tipp: Die Linkspartei. Zeitgemäße Idee oder Bündnis ohne Zukunft? Die Linkspartei - sozialdemokratisch? Ein großer Teil der inzwischen zahlreichen Veröffentlichungen zur PDS lässt sich in zwei Sorten scheiden. Während normativ orientierte Behandlungen das problematische Verhältnis zu dem demokratischen Verfassungsstaat herausstreichen, rücken rein parteiensoziologische Analysen die PDS häufig in die Nähe... |
weitere Neugründungen um 1970 | |
Um 1970 bildete sich eine ganze Reihe von weiteren kommunistischen Organisationen, die sich zu dem Teil auf die KPD oder ihre Dissidenten beriefen, und von denen mehrere die Namen KPD oder KPD/ML führten. Solche sehr kleinen Gruppen werden in der Literatur zusammenfassend häufig "K-Gruppen" genannt.
- Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten KPD/ML, gegründet: 31.12 1968, mit der Zeitung "Roter Morgen" Gruppierung, die aus chinesisch-orientierten ehemaligen Mitgliedern der illegalen KPD bestand, die - in dem Gegensatz zur Parteiführung - die Theorie des Sozialfaschismus übernahmen und der DKP Revisionismus vorwarfen. Seit Auflösung der KPD(M) verzichtete sie zunächst auf den Namenszusatz ML. Nachdem sich große Teile der KPD/ML mit der GIM zur VSP vereinigten, nannten sich die übriggebliebenden wieder KPD/ML.
- Kommunistische Partei Deutschlands (Maoisten) (KPD (M) ), gegründet: Februar 1970 als Kommunistische Partei Deutschlands / Aufbauorganisation (KPD/AO), maoistische Partei, die sich aus den Zerfallsprodukten der Studentenbewegung bildete. Selbstauflösung in dem März 1980.
- Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW ), gegründet: 1973, maoistisch orientierte Partei, die sich aus den Zerfallsprodukten der Studentenbewegung bildete.
- Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD (KPD/AB )
Buch-Tipp: Die Reformverhinderer. Parteien- und Beamtendiktatur in Deutschland Vater Staat frißt seine Kinder Rund 4,5 Millionen Beamte und beamtenähnliche Wesen in dem sogenannten `Öffentlichen Dienst} haben die Macht in dem Staat übernommen. Und sie formen ihn systematisch zu einem trägen, behäbigen Verwaltungs- und Selbstversorgungsapparat um. Niemand kann diesen fet-ten Riesen `Öffentlicher Dienst} noch bändigen - denn... |
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seit 1990 - neue KPD; Entwicklung der SED zur PDS | |
Im Januar 1990 bildete sich in der DDR, nach dem sich die SED bürgerlicher Politik zuwendete, eine neue KPD. Aufgrund der Einigungsverträge fällt sie als Partei der ehemaligen DDR nicht unter das Verbot von 1956 und wurde zur Teilnahme an allen Wahlen zu dem Deutschen Bundestag und zu den Landtagen als legale Partei zugelassen. Auf dem 20. Parteitag der KPD in dem März 1999 wurden Beschlüsse gefasst zur Entwicklung zu einer bolschewistischen Partei. Am 27. April 2002 bildete sich in Berlin der Kommunistische Jugendverband Deutschlands (KJVD) als Jugendorganisation dieser KPD.
Eine weitere Kommunistische Partei Deutschlands mit dem Zentralorgan "Roter Morgen" hat sich in den 1980er Jahren gegründet. Sie konnte jedoch zu keinem Zeitpunkt gesellschaftliche Relevanz erlangen und zerfiel in Jahr 2002 in mindestens drei verschiedene Abspaltungen.
Nach dem Fall der Berliner Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde die Regierungspartei der ehemaligen DDR, die SED, in Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) umbenannt. Die PDS ist seit 1990 die einzige Partei links von der SPD, die bis in die Gegenwart in dem Deutschen Bundestag vertreten ist. Innerhalb der PDS gibt es verschiedene linke Arbeitskreise, insbesondere das Marxistische Forum und die Kommunistische Plattform , die unter Federführung ihrer prominenten Wortführerin Sahra Wagenknecht versucht, dem zunehmenden Anpassungsdruck auf die PDS in dem kapitalistischen System der Bundesrepublik zu widerstehen.
Während die PDS in den ostdeutschen Bundesländern nach wie vor eine prägende politische Kraft darstellt und auch in einigen Landesregierungen vertreten ist, hat die Partei in dem Westen der Bundesrepublik bis dato ca. eine marginale Bedeutung.
Bei der Bundestagswahl 2002 fiel die PDS unter die 5 %-Hürde und ist in der aktuellen Legislaturperiode mit 2 weiblichen Abgeordneten in dem Bundestag vertreten, die durch Direktmandate in das Parlament gewählt worden waren.
Bei der Europawahl in dem Juni 2004 kam die PDS in Deutschland wieder auf über 6 Prozent der Wählerstimmen und zog erneut mit 6 Abgeordeten in das Europaparlament ein. In dem Europaparlament gehört die PDS zur Fraktion der Nordischen Linken.
Buch-Tipp: Direkte Kommunikation zwischen Parteien und Wählern Ein wirklich grossartiges Buch! Ich beschäftige mich seit Jahren mit der zentralen Thematik dieses Buches aus verschiedenen Perspektiven. Fast die gesamte einschlaegige sowie auch die ca. rudimentaer relevante Literatur habe ich intensiv verfolgt. Es gibt wohl kein Buch,das den abgesteckten Themenkreis fundierter,geistreicher,innovativer und empirisch... |
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